Trauma (2018)
Digital erstelltes Gemälde
Auf Bütten mit manuellen Übermalungen
ca. 54cm (B) x 35cm (H)
Das Bild darf nicht gerahmt werden,
soll einem natürlichen Altersprozess
(Staub, Nikotin, Vergilbung etc.)
überlassen werden.
Was ist schlimmer:
Das Ende oder die Angst davor?
Die Idee, mich „irgendwann einmal“ zum Thema
„Abhängigkeiten von labiler Infrastruktur“
zu äußern
ist eigentlich alt, wurde von mir aber immer wieder
auf den „St.-Nimmerleinstag“ verschoben, bis vorgestern plötzlich und unerwartet meine
Internetverbindung zusammenbrach.
Mittlerweile, wir schreiben den 08. März 2024, 16 Uhr in D-56729 Welschenbach (kleines
Eifeldörfchen Nähe Nürburgring, Deutschland), und mir steht immer noch keine
Internetverbindung
zur Verfügung, was nach Auskunft der Telekom auf einem technischen Defekt beruht, der sich nicht
„so einfach beheben“ lässt.
Typisch Telekom: „Wir arbeiten daran…“.
Hier sitze ich nun also ohne Telefon oder andere Kommunikationsmöglichkeit mit
dem Rest der Welt
(das Mobilfunknetz und öffentliche Verkehrsmittel hier auf dem Lande sind unbrauchbar, weil zu
wenig
profitabel für die Betreiber…),
ohne Radio, ohne Internet.
Und das, wie gesagt, mitten in Deutschland, ca. 50 km von Köln entfernt!
Ich beklage mich nicht, es geht mir gut. Ich freue mich darüber, dass ich trotzdem mein
aktuelles Projekt (= diese Website + Blog) weiterführen kann. Nur gut, dass ich meine Website
komplett lokal gehostet habe, ich kann also auch ohne Internet weiterarbeiten.
Das Beste daran aber ist, dass meine Idee vom „Irgendwann-einmal-Artikel für den
St.-Nimmerleinstag“ endlich
Rückenwind bekam, weshalb Sie den Artikel jetzt hier lesen können.
Führt menschgemachter Fortschritt zwangsläufig ins Desaster?
Schauen wir doch mal hin, in die Ukraine beispielsweise. Dort wird seit Februar 2022 die
Stromversorgung von Bomben des benachbarten Diktators „Wladimir Wladimirowitsch Putin“ unter
Beschuss genommen, um die
Bewohner des ehemaligen Bruderlandes unter die Knute des Despoten zu zwingen. Keine 1800 km von uns
(BRD)
entfernt ist das apokalyptische Szenario „Stromausfall“ bereits alltägliche, bittere Realität:
Zunächst, wenn man das Glück hatte, nicht selbst von der Bombe getroffen zu werden, geht nur das
Licht aus.
Schnell reift dann die Erkenntnis, dass man eben nicht nur im Dunklen sitzt, sondern dass ab jetzt
eben nichts mehr läuft.
Ohne Strom bricht zwangsläufig die gesammte Infrastruktur, unsere neuzeitliche Handlungs- und
Selbstversorgungsfähigkeit zusammen.
Ein verwundbarer Punkt, die Achillesferse unseres Standings wurde getroffen.
Der gesamten hochgebauten Konstruktion neuzeitlicher Handlungsoptionen wurde die Basis entzogen,
woraufhin unser „Wolkenkratzer“ wie ein Kartenhaus zusammenbricht.
Von jetzt auf gleich befinden wir uns wieder in der Steinzeit. In einer Welt,
der wir nicht mehr gewachsen sind (die alten Überlebenstechniken haben wir längst
verlernt).
Schlagartig kommt uns jetzt zu Bewusstsein, was wir eigentlich immer schon wussten, aber eben nicht
wissen wollten:
(Unsere eigene Ignoranz vor der zwangsläufigen Konsequenz unserer Abhängigkeit hat uns in diese
Lage gebracht…)
Wir sind heute existenziell abhängig vom Vorhandensein bestimmter
Basis-Infrastrukturen
(hier von einer sicheren Stromversorgung), deren
ständige Verfügbarkeit wir nur unzureichend sicherstellten.
Über Risiko und Nebenwirkungen menschlichen Erfindergeistes
Mit LowTech bezeichne ich hier Verfahrens- und Produktionstechniken ursprünglicher Art, wie z.B. die
Nutzung einfacher Werkzeuge oder Methoden zur Erlangung eines bestimmten Zwecks. (Beispiel:
Verwendung eines Schlag- oder Bohrwerkzeugs (Hammer, Bohrer) oder die Nutzung des Feuers…)
Ich priorisiere LowTech-Verfahrenstechniken grundsätzlich gegenüber
HighTech-Methoden,
sofern sich ähnliche, für die Allgemeinheit akzeptable Ziele mit LowTech erreichen lassen,
obwohl das „Wording“ vielleicht anderes vermuten lässt.
LowTech-Verfahrenstechniken sind Basis aller auf sie aufbauenden Methoden.
So ist zum Beispiel die Fähigkeit zur Nutzung des Feuers Voraussetzung für die Erfindung und Nutzung
von Dampf- und Verbrennungsmaschinen oder das Vorhandensein von Strom Conditio-sine-qua-non für
Elektrotechnik.
Als mehr-oder-weniger LowTech-typisch gilt eine Vorgehensweise, wenn sie einfach verständlich und
nachvollziehbar ist
und sich empirisch als nützlich (= frei von schädlichen Nebenwirkungen) bewährt hat.
Deshalb sind
solche Techniken auch von jedermann ohne spezielle Vorkenntnisse relativ einfach zu
erlernen (=
barrierefrei).
LowTech-Verfahren haben sich oft schon seit Menschengedenken als gute Problemlösungen
etabliert.
Ihre
Werkstücke sind oft robuster, unweltfreundlicher, recoucenschonender und
nachhaltiger, besser
reparierbar, flexibler (= an den jeweiligen Problemfall besser anpassbar),
unkomplizierter als
„modernste“ HighTech-Entwicklungen.
Das Wichtigste aber ist:
LowTech ist immer „basis-orientiert“ und somit stabiler (= ausfallsicherer)
als jede Entwicklung, die auf sie aufsetzt.
* Eine Daunendecke als Wärmequelle halte ich deshalb für ein interessantes Beispiel,
weil ihre Verwendungsmöglichkeit anscheinend kaum noch jemandem im Bewusstsein
ist.
(Niemand braucht zu frieren, wenn der denn eine (besser zwei) gute Daunendecke(n) hat…)
Als im letzten Winter durch Putins Ukraine-Intervention unsere
Energieversorgung auf dem Spiel
stand, es also fraglich erschien, ob man ausreichend heizen könne, sprach niemand von
Daunendecken für Sozialhilfeempfänger. Vielmehr veranstaltete man „Kreative
Klimmzüge”,
um die Energiekosten für alle bezahlbar zu halten…
Haben wir etwa verlernt, dass man gar nicht heizen muss, um nicht frieren zu müssen?
(Ein leckerer Gänsebraten für alle Karnivoren wäre auch noch „'dringewesen“…' und man hätte
etwas gegen den Fachkräftemangel durch Steigerung der natürlichen Geburtenraten
unternommen…)
HighTech-Entwicklungen fazinieren (auch mich, ich nehme mich da nicht aus…),
sie demonstrieren, was menschen-möglich wäre, wenn nicht in erster Linie unsere maßlose
(leider auch menschliche) Gier nach Macht und Geld unsere Welt bewegen und aus den Angeln
heben würde.
HighTech-Entwicklungen überfordern unsere, uns Menschen-mögliche Moral:
Das Gemeinwohl über den Eigennutz zu stellen.
Doch leider ist der Mensch so, wie er ist.
Und deshalb dürfen HighTech-Entwicklungen nicht sich selbst überlassen werden.
Stattdessen müssten HighTech-Entwicklungen strengstens „kontrolliert“ werden.
Versuchen Sie einmal, die Nutzung der Kernenergie weltweit zu reglementieren!
Das Internet und dessen neueste Blüte, die KI, weltweit auf das uns Nützliche zu reduzieren!
Versuchen Sie das Unmögliche!
Schuster, bleib bei deinen Leisten!
Nicht das, was vielleicht möglich wäre, zählt, nur das, was faktisch möglich ist!
Arbeiten wir also daran, an unserer Moral!
Ansporn und Verheißung wäre, was HighTech möglich machen
könnte.
So lautet denn die bittre Konsequenz:
Und damit wäre eigentlich alles gesagt.
Kommen wir dennoch zurück auf unser Beispiel, den Stromausausfall:
Wir sitzen ahnungslos im Dunklen und erkennen:
Der Stromausfall reißt alle von Strom abhängingen Verfahrenstechniken mit sich, bringt die komplette, so sorgsam aufgebaute Infrastruktur menschlicher Überlebensstrategien zu Fall.
Auf eine Ausmalung der Folgeschäden eines Stromausfalls verzichte ich an dieser Stelle: Denken Sie
einfach an das Schlimmste, und Sie erkennen
nur einen Teil der bitteren Wahrheit.
Viel wichtiger ist mir, Sie darauf aufmerksam zu machen, wie wenig „Anstoß“ es bedarf,
unsere
schöne, technisierte Ordnung in ein Chaos zu verwandeln. Eine kleine Bombe (es muss gar
keine
Atombombe sein…) überraschend an „richtiger“ Stelle platziert, und unsere ganze, so
innig
geliebte
Ordnung bricht zusammen wie ein Kartenhaus.
Noch nicht einmal eine Bombe muss es sein, ein kleiner,
versteckter (,gehackter ? …) technischer Defekt, der nicht sogleich behoben werden kann, reicht
vollkommen aus,
unseren
Fortschrittsglauben ad absurdum zu führen.
Wir wissen alle:
Das Fundament unserer HighTech-Wolkenktatzer muss stabiler und verlässlicher werden,
bevor wir mit neuen HighTech-Entwicklungen weiter aufsatteln!
Dafür allerdings will aber niemand verantwortlich sein oder gar zahlen müssen.
Ein jeder schiebt den „Schwarzen Peter namens Verantwortung“ möglichst weit von sich weg,
ein jeder ignoriert das Thema und schürt so das Risiko für die Allgemeinheit.
„Safety first“ muss aber die Devise heißen, wenn es um die Absicherung unserer
Basis-Infrastruktur geht.
Und Versorgungssicherheit schließt eben auch eine größtmögliche Resistenz gegen feindliche Angriffe
auf neuralgische Punkte mit ein.
Ob es uns nun passt oder nicht:
Bevor wir beispielsweise darüber nachdenken, zwecks Reduzierung unseres CO2-Ausstosses
in Zukunft vorwiegend elektisch zu heizen (Stichwort: Heizungsgesetz, Wärmepumpe etc.) muss
unsere Stromversorgung sichergestellt sein. Und Ähnliches gilt für alle Basisrecoucen, deren
ständige
Verfügbarkeit wir leichtsinnigerweise heute als selbstverständlich gegeben
voraussetzen.
Hier ist der Gesetzgeber gefragt, die produzierende Industrie zwingend in Verantwortung zu
nehmen (beispielsweise durch eine grundsätzliche Besteuerung elektrischer Geräte).
Das war's dann wohl zunächst mit der Elektrifizierung als Allheilmittel für
den
menschengemachten
Klimawandel,
Herr Harbeck?*
* Kein „Grünen-Bashing", nur angemessen-bitterer Sarkasmus über unser aktuelles Menschenwerk
hier.
Ich gebe zu, auch nicht zu wissen, wie man es denn besser macht.
Böse Zungen könnten behaupten, dass HighTech-Entwicklungen „typische Kinder“ kapitalstisch geprägter
Wirtschaftssysteme sind und haben damit nicht ganz unrecht:
Das notwendige Fachwissen zur Anwendung von HighTech besitzt immer nur eine
kleine Elite (ein Monopol im jeweiligen Marktsegment anstrebend), die sich ihren (angeblichen)
Wissensvorsprung mit Gold aufwiegen lässt.
Die Aussicht auf Geld und Macht beflügelt den Erfindergeist der „Geldbesessenen“,
man versteigt sich in „Überflüssigem“, um Geld zu „generieren“ – wohl wissend, dass diese
Vorgehensweise nicht immer nachhaltig und zum Nutzen der Allgemeinheit ist.